Glossar
Wie jedes Handwerk haben auch Trockenmaurer:innen ihre eigene Fachsprache. Im Glossar erklären wir in Bild und Text die wichtigsten Fachbegriffe.

Ähren(mauer)werk
Ährenmauerwerk ist eine dekorative Form des Mauerwerks, bei der die Steine so angeordnet sind, dass sie ein Muster ähnlich einer Ähre oder einer Fischgräte erzeugen. Diese Anordnung wird oft verwendet, um visuelles Interesse und Textur an Fassaden oder in Innenräumen zu schaffen. © Bild: Peter Schmenger (Burg Hohenkrähen)

Anlauf, Anzug
Anzug oder Anlauf bezeichnet die Neigung bzw. den Winkel, mit dem eine Stützmauer oder die Seiten einer freistehenden Mauer zum Hang oder nach innen geneigt sind. Diese Neigung ist wichtig für die strukturelle Stabilität und die Fähigkeit der Mauer, den hinter ihr liegenden Erddruck oder andere Kräfte aufzunehmen. Der Anzug wird oft in Prozent angegeben, was die horizontale Abweichung pro 100 cm Mauerhöhe darstellt.

Binder
Ein Binder ist ein längerer Stein, der in eine Mauer integriert wird, um die Stabilität und Festigkeit der Struktur zu erhöhen. Ein Binder reicht mindestens zwei Drittel oder oft sogar über die gesamte Dicke der Mauer nach hinten bzw. ins Mauerinnere. Durch diese Eigenschaft verbindet er die verschiedenen Schichten oder Bereiche der Mauer miteinander und sorgt für eine bessere Lastverteilung und Stabilität.
Blockmauerwerk
Blockmauerwerk bezieht sich auf eine Konstruktionstechnik, bei der große, roh gebrochene, rechteckige Blöcke verwendet werden, um Mauern oder Strukturen zu errichten. Diese Blöcke sind in der Regel über 300 kg schwer und können für eine schnelle und effiziente Bauweise sorgen.
Blockschichtung
Blockschichtung ist eine Methode der Anordnung von Natursteinblöcken in einer konsekutiven Schichtung, um eine Mauer oder Struktur zu bilden. Die Blöcke werden so übereinander geschichtet, dass sie Stabilität und Festigkeit bieten.

Bruchrauh
Bruchrauh bezieht sich auf die Oberflächenbeschaffenheit, die nach dem Brechen eines Steins entsteht. Wenn ein Stein aus seinem natürlichen Verband herausgebrochen wird, entsteht eine raue, unregelmäßige Oberfläche. Diese Oberfläche wird als „bruchrauh“ bezeichnet und hat oft eine sehr natürliche, ungleichmäßige Textur.
Bruchsteinmauerwerk
Bruchsteinmauerwerk wird aus wenig bearbeiteten, bruchrauen Natursteinen erstellt. Die Steine werden weitestgehend in ihrer natürlichen, teils polyedrischen Form verwendet und passend zueinander angeordnet. Bruchsteinmauerwerk kann weiter in Bruchsteinzyklopen- und Bruchsteinschichtenmauerwerk gegliedert werden.

Deckstein
In der Mauerkonstruktion sind Decksteine die obersten Steine, die die letzte Schicht einer fertiggestellten Mauer bilden. Sie sind oft sorgfältig ausgewählt oder bearbeitet, um eine ebene und stabile Oberfläche zu bieten, die die Mauer vor Witterungseinflüssen schützt. Ihre Form und Größe können variieren, um ästhetischen oder funktionellen Anforderungen zu entsprechen, wobei größere und widerstandsfähigere Steine bevorzugt werden, um einen effektiven Schutz gegen Regen, Schnee und andere Umwelteinflüsse zu bieten.

Dosierung
Siehe „Anlauf“
Drainage
Drainage bezieht sich auf Methoden und Techniken, die verwendet werden, um überschüssiges Wasser von einer Mauer wegzuleiten. Ziel ist es, Wasseransammlungen zu verhindern, die zu Schäden oder Instabilität führen können. Drainagesysteme können aus Rohren, Gräben, durchlässigen Materialien und anderen Komponenten bestehen.
Dränschicht
Eine Dränschicht ist eine wasserdurchlässige Schicht bestehend aus einer Sicker- und Filterschicht, die dazu dienen, Wasser zu sammeln und abzuleiten. Sie wird oft in der Landschaftsgestaltung, im Straßenbau oder in Drainagesystemen verwendet, um Wasser von bestimmten Bereichen wegzuführen.

Durchbinder
Ein Durchbinder ist ein besonderer Typ eines Binders in der Mauerwerkskonstruktion, der für zusätzliche Stabilität und Festigkeit sorgt. Während ein normaler Binder bereits tief in das Mauerwerk reicht, geht der Durchbinder noch weiter und durchdringt die gesamte Dicke der Mauer. Bei einer Stützmauer würde ein Durchbinder beispielsweise von der Vorderseite der Mauer bis ganz nach hinten zum Hang reichen; bei einer freistehenden Mauer würde er von einer Seite zur anderen reichen.
Eckstein
Ecksteine sind große Steine. Sie werden als Binder oder Läufer an der Ecke einer Mauer eingebaut und ermöglichen einen Richtungswechsel innerhalb der Mauer. Ecksteine sind oft größer oder anders gestaltet als die umgebenden Steine und können sowohl eine strukturelle als auch eine dekorative Rolle spielen.

Einhäuptig
Der Begriff einhäuptig wird verwendet, um eine Mauer oder Wand zu beschreiben, die nur auf einer Seite ein sichtbares, bearbeitetes „Gesicht“ hat. Die andere Seite ist in der Regel nicht für die Sicht gedacht.

Endstein
Endsteine sind Binder oder Läufer, die an einer Ecke oder am Anfang bzw. Ende einer Mauer eingebaut werden. Sie sind oft besonders bearbeitet oder gestaltet, um eine visuell ansprechende oder strukturell wichtige Abschlusskante zu bilden. In einigen Fällen kann der Endstein auch größer oder robuster sein, um zusätzliche Stabilität zu bieten.
Findlingsmauer(werk)
Eine Findlingsmauer wird aus Findlingen (auch Lesesteinen), also großen, ungeformten Steinen, die natürlich vorkommen und oft durch Gletscherbewegungen an die Erdoberfläche gelangt sind, gebaut. Diese Mauern sind häufig in Landschaftsgestaltungen zu finden, wo sie als natürliche, rustikale Elemente dienen.

Freistehende Mauer
Eine freistehende Mauer ist eine Mauer, die nicht unterstützt oder stabilisiert wird, indem sie an eine andere Struktur angelehnt oder in einen Hang eingebettet ist. Im Gegensatz zu Stützmauern muss sie keine Druckkräfte aufnehmen. Sie steht eigenständig und hat zwei sichtbare Seitenflächen. © Bild: André Besimo

Füllstein
Füllsteine sind Steine, die verwendet werden, um die Zwischenräume in einer Mauer zu füllen. Diese Steine sind oft kleiner und werden zwischen größeren Steinen oder Blöcken platziert, um die Stabilität zu erhöhen und eine gleichmäßige Oberfläche zu schaffen. Siehe auch „Hintermauerung“.

Fundamentstein
Fundamentsteine sind Steine der untersten Mauerschicht. Dabei handelt es sich meist um robuste, groß dimensionierte Steine. Sie dienen dazu, das Gewicht der Mauer zu tragen und auf den Untergrund zu übertragen. Fundamentsteine sind entscheidend für die Stabilität und Langlebigkeit von Bauwerken.

Futtermauer
Eine Futtermauer ist eine Art von Stützmauer, die primär dazu dient, Erdreich, Hänge oder Böschungen zu stützen und zu stabilisieren. Sie wird oft an Straßenrändern, in Gärten oder an anderen Stellen verwendet, wo es notwendig ist, das abschüssige Gelände zu sichern und zu erhalten.

Gesicht
Als Gesicht bezeichnet man die äußere, sichtbare Seite des Mauerwerks, also die Seite, die nach der Fertigstellung zu sehen ist. In der Architektur und im Bauwesen ist das Gesicht der Mauer jener Teil, der ästhetisch gestaltet wird und oft auch funktionalen Aspekten wie Witterungsschutz dient. Bei einer freistehenden Mauer sind beide Seiten sichtbar und gelten somit als „Gesicht“, während bei einer Stützmauer nur eine Seite als Gesicht gilt.
Gründungssohle
Die Gründungssohle ist die unterste Schicht oder Fläche eines Fundaments, auf der das Bauwerk ruht. Auf ihr liegen die Fundamentsteine auf. Die Gründungssohle verteilt die Last des Trockenbauwerks gleichmäßig auf dem Boden und muss ausreichend stark und stabil sein, um Setzungen und Bewegungen zu verhindern.

Hammerrecht
Hammerrecht bezeichnet einen Prozess der Steinverarbeitung, bei dem rohe Natursteine so bearbeitet werden, dass ihre Kanten auf den Lager- und Stoßflächen annähernd rechtwinklig zueinander positioniert sind.

Handleger
Handleger sind Steine, die (alleine oder mit mehreren Personen) von Hand gehoben, manipuliert und verlegt werden können. Das bedeutet, dass der Stein klein und leicht genug ist, um ohne mechanische Hilfsmittel wie Kräne oder Maschinen bewegt zu werden.
Handwerksgerecht
Handwerksgerecht bedeutet, ein Gewerk nach anerkannten Standards eines Handwerks auszuführen. Im Fall von Trockenmauwerk sind u. a. die Eigenschaften des Mauerverbandes gemeint, der festgelegten Anforderungen entsprechen muss.

Haupt
Siehe „Gesicht“.

Hinterfüllung
Hinterfüllung bezieht sich auf Material (Gesteine unterschiedlicher Körnung), das hinter eine Stützmauer oder eine andere Struktur gegeben wird. Die Hinterfüllung dient dazu, Leerräume auszufüllen, den Druck gleichmäßig zu verteilen und die Stabilität der Mauer zu unterstützen.

Hintermauerung
Als Hintermauerung bezeichnet man Mauersteine, die hinter der Sichtfläche einer Mauer liegen. Sie werden per Hand verlegt und durch Binder mit der Vormauer zu einem Mauerwerk verbunden.
Kämpfer
Ein Kämpfer bezeichnet den ersten Stein oder das erste Bauelement, das auf einem Widerlager (Auflager) eines Bogens oder Gewölbes platziert wird. Der Kämpfer dient als Übergangselement zwischen der vertikalen Last der Mauer oder des Pfeilers und der schrägen Last des Bogens oder Gewölbes. Er ist so gestaltet, dass er die Lasten effektiv aufnimmt und an die angrenzenden Strukturen weiterleitet.

Kragkuppel
Eine Kragkuppel ist eine architektonische Struktur, die durch das schrittweise Auskragen von Schichten von Steinen entsteht. Jede Schicht ragt dabei etwas über die darunter liegende hinaus, bis sich die Seiten treffen und eine kuppelförmige Decke bilden. Kragkuppeln sind eine der ältesten Kuppelkonstruktionen die den Bau von Kuppeln ohne komplizierte Gerüste oder Zentrierungen erlaubt.

Kreuzfuge
Eine Kreuzfuge ist der Punkt, an dem sich eine horizontale Fuge (Lagerfuge) und eine vertikale Fuge (Stoßfuge) zwischen den Mauersteinen kreuzen. In einem gut konstruierten Mauerwerk sollten die Kreuzfugen gleichmäßig über die Mauer verteilt sein, um eine gleichmäßige Lastverteilung und strukturelle Stabilität zu gewährleisten.

Kronstein
Ein Kronstein (auch Schluss- oder Keilstein) ist der mittlere, oberste Stein in einem Bogen oder Gewölbe. Er wird als letztes eingesetzt und „schließt“ die Struktur, indem er die seitwärts gerichteten Kräfte der Bogen- oder Gewölbekonstruktion aufnimmt und gleichmäßig auf die Seiten verteilt. Eine keilförmige Gestaltung des Kronsteins ist entscheidend, da sie die Stabilität des Bogens oder Gewölbes sichert.

Lagerfuge
Lagerfugen sind horizontale Fugen in einem Mauerwerk, auf der die Steine aufeinandergelegt werden. Die Qualität und Ausführung der Lagerfugen sind entscheidend für die Langlebigkeit und Festigkeit des Mauerwerks. Fachgerecht ausgeführte Lagerfugen tragen wesentlich zur Gesamtleistung und Erscheinung der Mauer bei.
Längsverband
Der Längsverband ist eine Anordnung von Mauersteinen in einer Mauer, bei der die Längsseiten der Steine parallel zur Hauptausrichtung der Mauer liegen. Diese Technik trägt zur Festigkeit und Stabilität der Mauer bei.

Läufer
Ein Läufer ist ein Stein von mindestens 1⁄3 der Mauerstärke, der so in das Mauerwerk eingefügt wird, dass seine längste Seite parallel zur Sichtfläche der Mauer verläuft. Dies unterscheidet ihn vom „Binder“, der quer in die Mauer eingesetzt wird, um für zusätzliche Stabilität zu sorgen. Läufer werden typischerweise in Reihen oder Schichten angeordnet, wobei sie nebeneinander liegen und eine größere Fläche der Mauer bedecken.
Leergerüst
Ein Leergerüst ist eine temporäre Struktur, die im Bauwesen verwendet wird, insbesondere beim Bau von Gewölben und Bögen. Es handelt sich um ein Hilfsmittel, das die Form des zu erstellenden Bogens oder Gewölbes während der Konstruktion vorgibt und unterstützt. Das Leergerüst wird vor dem Mauern des Bogens oder Gewölbes aufgebaut und bleibt so lange an seinem Platz, bis der Bogen oder das Gewölbe selbsttragend ist.

Mauerfuß
Der Mauerfuß ist der unterste Teil einer Mauer, also der Bereich, der direkt auf dem Fundament ruht und oft direkt über dem Boden oder der Erdoberfläche sichtbar ist. Der Mauerfuß ist ein kritischer Teil der Struktur, da er das Gewicht der gesamten Mauer trägt und auf das Fundament oder den Untergrund überträgt. Er muss daher besonders stabil und widerstandsfähig gegenüber Belastungen sowie Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit und Frost sein.

Mauerkopf
Der Mauerkopf ist der obere Abschluss einer Mauer (siehe auch Deckstein). Er kann besonders gestaltet oder bearbeitet sein, um Witterungseinflüsse abzuweisen und das Eindringen von Wasser zu verhindern. Als Mauerkopf kann auch die Ansichtsfläche am Maueranfang und -ende gemeint sein.

Mauerkrone
Die Mauerkrone bezeichnet den obersten Abschluss oder die oberste Schicht einer Mauer (siehe auch Decksteine). Sie ist der Teil der Mauer, der am weitesten oben liegt und Umwelteinflüssen wie Regen, Schnee und Wind ausgesetzt ist. Die Ausgestaltung und Sicherung der Mauerkrone sind entscheidend für den langfristigen Schutz und die Stabilität der Mauer, da sie vor Wassereintritt und anderen schädlichen Einflüssen schützt.

Mauersteine
Mauersteine sind die grundlegenden Bauelemente, aus denen Mauern errichtet werden und die den Verband bilden. Sie können aus verschiedenen Gesteinsarten bestehen und kommen in verschiedenen Formen und Größen vor.

Mauertiefe
Mauertiefe bezeichnet die Dicke oder Breite einer Mauer gemessen von der Vorderseite zur Rückseite. Die Mauertiefe ist ein entscheidendes Maß für die strukturelle Stabilität und die Tragfähigkeit der Mauer.

Mauerwerk
Als Mauerwerk bezeichnet man ein aus Steinen im Verband hergestelltes Bauteil, z.B. eine Trockenmauer, Wände, Stützstrukturen oder andere architektonische Elemente.
Naturstein
Als Naturstein bezeichnet man natürlich entstandenes Gestein. Naturstein wird aufgrund seiner ästhetischen Qualitäten und Langlebigkeit in vielen Bereichen eingesetzt, darunter in Fassaden, Bodenbelägen, als Dekoration und als Baumaterial für Mauern. Das Gegenteil eines Natursteins sind von Menschen hergestellte Steine (z.B. Betonsteine).

Naturwerkstein
Naturwerksteine sind Naturstein, die nach dem Abbau mechanisch bearbeitet und zu bestimmten Formen und Größen geschnitten oder behauen wurden. Die Bearbeitung kann das Sägen, Schleifen, Polieren oder Spalten umfassen, um die gewünschte Oberfläche und Form zu erreichen.
Quadermauerwerk
Quadermauerwerk ist eine Art von Mauerwerk, bei dem die Steine zu regelmäßigen, rechteckigen Blöcken, sogenannten Quadern, behauen werden. Diese Quader werden in präzisen Reihen mit gleichmäßigen Fugen angeordnet, was ein sehr geordnetes und formales Erscheinungsbild ergibt. Quadermauerwerk ist oft in historischen Gebäuden und Monumenten zu finden.
Querverband
Der Querverband ist eine Anordnung von Mauersteinen in einer Mauer, bei der der Verband senkrecht zur Ansichtsfläche liegt.
Rollschicht
Eine Rollschicht ist eine spezielle Art der Deckschicht, bei der die Steine auf der schmalen Längsseite und senkrecht zum Mauerverlauf stehen.
Romenade
Eine Romenade ist ein Gerüst bzw. eine Unterstützungsstruktur, auf die Gewölbesteine gelegt werden. Die Romenade kann erst entfernt werden, wenn der Kronstein gesetzt ist und sich das Gewölbe selbst trägt.
Schadgehölz
Als Schadgehölz bezeichnet man Bäume, Sträucher oder sonstige Pflanzen, deren Wurzeln oder Wuchs eine schädliche Wirkung auf Bauwerke wie Mauern oder Fundamente haben. Der Wachstumsdruck dieser Pflanzen kann dazu führen, dass das Mauerwerk Risse bekommt, sich verschiebt oder im schlimmsten Fall sogar einstürzt. Daher sollten an und auf Trockenmauern keine Pflanzen mit größeren Wurzeln wachsen. Für Bäume und Sträucher sollte ein Mindestabstand von 3 m eingehalten werden.

Schicht
In der Mauerkonstruktion bezieht sich eine Schicht auf eine horizontale Reihe von Steinen. Die Steine innerhalb einer Schicht sind in der Regel auf gleicher Höhe und bilden die Grundlage für die nächste Reihe oder Schicht.
Schichthöhe
Die Schichthöhe ist der vertikale Abstand von der Unterseite bis zur Oberseite einer Schicht von Mauersteinen oder Ziegeln. Sie ist ein Maß für die Planung und Konstruktion von Mauerwerk, da sie die Gesamthöhe der Mauer und die Anzahl der benötigten Schichten bestimmt.
Schichtmauerwerk
Schichtmauerwerk ist eine Mauerwerksart, bei der die Steine in horizontalen Schichten angeordnet werden. Die Schichten sind in der Regel gleichmäßig und bestehen aus Steinen ähnlicher Höhe, um eine gleichförmige Erscheinung zu erzielen.
Schlussstein
Siehe Kronstein oder Keilstein.
Schwergewichtsmauer
Eine Schwergewichtsmauer ist eine Art von Stützmauer, die hauptsächlich aufgrund ihres Eigengewichts und der daraus resultierenden Reibung stabil ist. Sie wird aus massiven Steinen gebaut und dient dazu, Erde oder andere Materialien zurückzuhalten.
Sichtfläche
Siehe Kronstein oder Keilstein.

Stirnseite
Siehe Mauerkopf.
Stoßfläche
Eine Stoßfläche bezeichnet die vertikale Fläche oder Seite eines Mauersteins, die an einen benachbarten Stein oder Ziegel angrenzt.

Stoßfuge
Eine Stoßfuge in der Mauerkonstruktion ist die vertikale Fuge oder der Spalt zwischen zwei benachbarten Steinen oder Bauelementen. Im Gegensatz zur Lagerfuge, die horizontal verläuft und auf der die Steine liegen, bildet die Stoßfuge die vertikale Verbindung zwischen den Steinen in einer Mauer. Die korrekte Anordnung und Ausführung der Stoßfugen sind entscheidend für die strukturelle Integrität und das Erscheinungsbild des Mauerwerks.

Stützmauer
Eine Stützmauer ist eine speziell konstruierte Mauer mit nur einem Gesicht, die dazu dient, Erdreich, Gestein oder andere Materialien an einem Hang oder einer Steigung zurückzuhalten und zu stützen. Sie verhindert das Abrutschen oder Erodieren des Bodens und dient der Stabilisierung von Gelände.
Tragschicht
Die Tragschicht besteht aus stand- und frostsicherem Material, das zum Tragen der Lasten unter die Fundamentsteine eingebracht wird.

Trockenmauer
Eine Trockenmauer ist eine Mauer aus Natursteinen, die ohne die Verwendung von Mörtel oder einem anderen Bindemittel gebaut wird. Die Stabilität wird allein durch sorgfältiges Ineinanderfügen der Steine erreicht.

Überbindung, Überbindemaß
Überbindung bezieht sich auf die Art und Weise, wie die Steine in aufeinanderfolgenden Schichten so übereinander gelegt werden, dass jeder Stein teilweise über den darunter liegenden Stein hinausragt. Technisch formuliert, handelt es sich dabei um die Länge, mit der sich zwei Mauersteine in der Lagerfuge überschneiden bzw. den Versatz von Stoßfugen in übereinander liegenden Schichten.
Überleger
Ein Überleger ist ein Stein oder ein Bauelement, das quer über die Öffnung einer Struktur, wie über einem Fenster, einer Tür oder einer Nische, gelegt wird. Der Zweck eines Überlegers ist es, die Lasten, die oberhalb der Öffnung anfallen, auf die angrenzenden Mauerteile zu übertragen und somit die Struktur zu stabilisieren.
Verband
Der Verband bezeichnet die Anordnung und das Muster, in dem Steine oder Ziegel in einem Mauerwerk angelegt sind. Es gibt verschiedene Verbände, die die Stabilität, das Aussehen und die Funktionalität des Mauerwerks beeinflussen.
Vorsatzmauer/-schale, Vormauerung
Eine Vorsatzmauer, Vorsatzmauer oder Vorsatzschale ist eine zusätzliche Mauer, die vor oder entlang einer bestehenden Mauer errichtet wird, um diese zu verstärken, zu schützen oder ihr Aussehen zu verbessern.
Wasserbausteine
Wasserbausteine sind speziell geformte oder ausgewählte Steine, die im Wasserbau verwendet werden, um Ufer, Böschungen, Dämme oder andere Strukturen zu schützen und zu stabilisieren. Sie sind ein wesentliches Element im Bereich des Hochwasserschutzes, der Erosionskontrolle und der Gestaltung von Wasserwegen.
Wechselmauerwerk
Wechselmauerwerk ist eine Art von Mauerwerk mit bearbeiteten Steinen und versetzten Lagerfugen. Dies kann aus ästhetischen Gründen oder zur Verbesserung der strukturellen Eigenschaften geschehen.
Wichte
Die Wichte eines Materials, oft auch als spezifisches Gewicht bezeichnet, ist ein Maß für seine Dichte. Sie wird definiert als das Gewicht pro Volumeneinheit, z.B. in Kilogramm pro Kubikmeter (kg/m³) oder Gramm pro Kubikzentimeter (g/cm³) angegeben. Sie ist ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung der Eigenschaften und des Verhaltens von Materialien unter verschiedenen Bedingungen, einschließlich ihrer Stabilität, Tragfähigkeit und ihres Verhaltens unter Last.
Widerlager
Ein Widerlager ist ein seitlicher Auflagestein mit schräger Fläche die bei der Konstruktion von Brücken, Bögen und Gewölben auf den Kämpfer aufliegen.
Wildes Gefüge
Ein Wildes Gefüge ist eine spezifische Art des Mauerwerks, bei der die Steine in einer unregelmäßigen, nicht einheitlichen Weise angeordnet sind. Im Gegensatz zu sorgfältig geschichtetem, regelmäßigem Mauerwerk, das in einem erkennbaren Muster mit gleichmäßigen Fugen verlegt wird, charakterisiert das wilde Gefüge eine eher zufällige, natürliche Anordnung der Steine. Die Lagerfuge läuft nicht durchgehend, wodurch ein rustikalste Eindruck entsteht.

Wurfsteine
Wurfsteine sind große, schwere Steine oder Felsblöcke, die nur maschinell bewegt und gesetzt werden können. Ihre Größe und das Gewicht machen sie zu einer stabilen und dauerhaften Lösung für vielfältige Anwendungen.

Zweihäuptig
Von zweihäuptiges Mauerwerk spricht man, wenn beide Seiten der Mauer sichtbar sind — dies ist bei freistehenden Mauern der Fall. Im Gegensatz dazu stehen einhäuptige Mauern, bei denen nur eine Seite als Sichtseite dient (z.B. bei Stützmauern).
Zwickel
Zwickel sind kleine, teils keilförmige oder dreieckige Steine, die verwendet werden, um Hohlräume im Mauerwerk zu füllen. Zwickel helfen, die Form der Konstruktion zu vervollständigen und bieten zusätzliche Stabilität.

Zyklopenmauerwerk
Zyklopenmauerwerk ist eine Bauweise, bei der große, unregelmäßig geformte (polyedrische) Steine ohne Mörtel verwendet werden. Der Begriff stammt von den mythologischen Zyklopen, die als riesige Wesen beschrieben werden, die solche massiven Steine bewegen konnten. © Bild: Thomas Schoch (Zyklopenmauerwerk auf Mallorca)